Berlin is in Germany
Hannes Stöhr erzählt in «Berlin is in Germany» die Geschichte vom kurz vor dem Mauerfall inhaftierten Martin Schulz (Jörg Schüttauf), der nach über 11 Jahren Zuchthaus zurückkehrt. Die neue Hauptstadt und die neue Republik kennt der Ex-DDR-Bürger indes nur aus dem Fernsehen. Zunächst sieht er sich also einer fremden Kultur gegenüber, die sich in klingelnden Handys, unverständlichen Fahrscheinautomaten und neuen Straßennamen manifestiert.
Doch das Wichtigste für Martin ist, endlich seinen Sohn Rokko kennen zu lernen, der zur Zeit seiner Inhaftierung noch nicht geboren war, und eine Arbeit zu finden. Beides aber erweist sich als schwierig. Die Jobsuche, bei der ihm zwei alte Bekannte helfen, scheitert an seiner Vergangenheit. Einem Treffen mit Rokko stehen seine Exfrau Manuela und deren Partner Wolfgang im Wege.
Als Martin seinen ehemaligen Mitgefangenen Victor trifft, vermittelt dieser ihm einen Job in einer Sexvideothek. Nach einiger Zeit gerät Martin dort allerdings in eine Razzia und flieht überstürzt. Die Polizei setzt ihn auf die Fahndungsliste.
Der Plot klingt nach Krimi, doch der Film ist vieles mehr: Zeitdokumentation, Tragikomödie, Liebesfilm und geschichtliche Abhandlung. All dies hat Regisseur Hannes Stöhr gekonnt verknüpft. Nicht ein Handlungsstrang läuft ins Leere oder ist überflüssig. Jede Nebenfigur, jede Nebenhandlung ist verwoben mit der Geschichte, die realistisch und authentisch Ausschnitte aus dem Deutschland des Jahres 2001 wiedergibt. Stöhr wertet in keinster Weise, nichts wird entschuldigt oder verurteilt.(nz)

