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300.000 Euro Preisgeld für wertvolle PC-Spiele

21. Dez 2007 20:07
Hier finden möglicherweise kulturell wertvolle PC-Aktivitäten statt
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Der Bund will Qualität und pädagogischen Nutzen bei Computerspielen prämieren. Kritik kommt von den organisierten Musikern, die sich nicht mit dem neuartigen «Kulturgut» anfreunden wollen.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) plant die Vergabe eines «Deutschen Computerspielpreises» für «kulturell wertvolle Computerspiele» in verschiedenen Kategorien. Die Preise sollen jährlich vergeben und insgesamt mit bis zu 300.000 Euro dotiert sein, teilte Neumanns Sprecher am Freitag mit.

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Neumann hatte dieses Vorhaben schon in seinem Kulturinvestitionsplan für die nächsten Jahre mitgeteilt, für den ihm der Haushaltsausschuss im November überraschend zusätzliche 400 Millionen Euro bewilligt hat. Dem Zeitungsbericht zufolge soll der Preis an PC-Spiele vergeben werden, die «qualitativ hochwertig, pädagogisch wertvoll und gesellschaftlich erwünscht» seien.

Der Deutsche Musikrat kritisierte am Freitag Überlegungen, «Computerspiele zum Kulturgut zu erheben», als «abstrus». Es wäre ein einmaliger Vorgang, «eine neue Erscheinungsform kultureller Selbstäußerung per ordre de mufti zum Kulturgut zu erklären», meinte der Generalsekretär des Musikrates, Christian Höppner. Vor dem Hintergrund von derzeit sechs Prozent Computerspielen mit gewaltverherrlichenden Inhalten sei zwar jede Initiative, die die Aufmerksamkeit auf künstlerisch und pädagogisch wertvolle Computerspiele lenke, sehr willkommen.

Es sei jedoch verfrüht, diese Computerspiele aus Steuermitteln zu fördern, weil durch öffentliche Sparmaßnahmen «noch immer vielen Kindern und Jugendlichen der Zugang zu einer qualitätsgesicherten und kontinuierlichen musikalischen Bildung verwehrt wird». Das Musizieren sollte aber «immer noch erste Wahl bei der kulturellen Prägung von Kindern und Jugendlichen sein», meinte der Musikrat.

Er ist nach eigenen Angaben der größte Kulturverband in Deutschland und der weltweit größte nationale Musikverband, der über acht Millionen Berufs- und Laienmusiker vertrete. Der Deutsche Kulturrat als Spitzenverband der Bundeskulturverbände vertritt in dieser Frage eine differenzierte Haltung und ist dagegen, alle Computerspiele «pauschal zu verdammen». (dpa)


 
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