21.11.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Tonkrieger in Hamburg: Die Schau "Macht im Tod" öffnet am 25. November.
Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH
Acht Tonkrieger aus dem Grab des Ersten Kaisers sind nach langem Hickhack eingetroffen. Die spektakuläre Ausstellung «Macht im Tod» kann damit endlich eröffnet werden.
Nun sind sie endlich da und warten im Hamburger Museum für Völkerkunde auf die Besucher: acht lebensgroße Original-Tonkrieger des Ersten Kaisers von China (259 bis 210 v. Chr.). «Die Chinesen haben uns sehr schöne Figuren geschickt, die so noch nicht zu sehen waren», sagte Ausstellungsleiter Thomas Hafermann am Mittwoch. Neben den Soldaten sind zwei Originalpferde der Terrakotta-Armee und 68 kostbare Grabbeilagen aus Ton, Bronze und Jade zu sehen. Die spektakuläre Schau hatte im Vorfeld für Wirbel gesorgt, weil die chinesischen Behörden die Ausfuhrgenehmigung zunächst verweigerten.
«Wir wissen immer noch nicht, warum die Chinesen so spät gehandelt haben», sagte Hafermann. Die Exponate standen fertig verpackt zum Abflug bereit. Es fehlte nur noch der Stempel des Provinzgouverneurs. Möglicherweise war die verzögerte Ausfuhr eine Reaktion auf den Auftritt des Dalai Lama in Hamburg oder seinen Empfang durch Bundeskanzlerin Merkel (CDU). Mit sechs Wochen Verspätung trafen die Krieger nun ein. Die Ausstellung «Macht im Tod» öffnet am 25. November. Sie wurde vom Leipziger Center of Chinese Arts and Culture (CCAC) konzipiert.
Krieger für die EwigkeitIm März 1974 hatten Bauern nahe des chinesischen Dorfes XiJang eine sensationelle Entdeckung gemacht. Bei Brunnenarbeiten waren sie auf die riesige Grabanlage des ersten Kaisers von China, Qin Shihuang, gestoßen. «Bereits mit 13 Jahren hatte der Kaiser das Grab in Auftrag gegeben», sagte die Leiterin der Asienabteilung des Museums, Susanne Knödel. «Er war ein fürchterlicher Tyrann und hatte große Angst vor dem Tod.« Nach chinesischer Tradition werden den Verstorbenen Dinge mit auf den Weg gegeben, die ihren Status für die Ewigkeit festschreiben. Der Kaiser ließ seine komplette Armee in Lebensgröße nachbilden. Bis heute wurden 6000 Krieger ausgegraben.
Stumm blicken in Hamburg 120 lebensgroße Nachbildungen von Soldaten dem Betrachter in die Augen. In Reih und Glied stehen Vorhut, Hauptteil, Flanken und Nachhut. Neben den 2200 Jahre alten Originalexponaten ist auch ein Ausschnitt von dem Grabungsfeld im Maßstab 1:1 mit den Kriegern zu sehen. Von den bronzenen Reisewagen, mit denen der Kaiser durch das Land fuhr, stehen in Hamburg nur Modelle - die Originale sind zu kostbar und werden nicht verliehen. (dpa)