17.10.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Blick auf das Dresdner Elbtal
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Sachsen will die umstrittene Waldschlößchenbrücke baulich abändern, um den Welterbe-Status des Dresdner Elbtals nicht zu gefährden. Die Rahmenbedingungen dürften aber nicht angetastet werden.
Bauliche Veränderungen an der umstrittenen Waldschlößchenbrücke sollen dem Dresdner Elbtal den Status als Unesco-Welterbe sichern. Darauf haben sich Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) und prominente Bürger der Stadt am Mittwoch verständigt.
Milbradt zufolge sind Änderungen aber nur im Rahmen des geltenden Planfeststellungsverfahrens möglich. Damit ist zum Beispiel der Bau einer kleineren Brücke ausgeschlossen. Die Unesco solle Gelegenheit erhalten, die Planungen noch einmal zu beurteilen, hieß es.
Dresden könnte wegen des Brückenbaus den begehrten Titel verlieren. Nach Auffassung der Unesco beeinträchtigt die Brücke in der geplanten Version die reizvolle Landschaft des Elbtals. Zuletzt hatte die Unesco aber auch signalisiert, nicht gänzlich gegen eine Flussquerung zu sein.
Rahmenbedingungen bleiben unverändert«Mit dieser Entscheidung rückt ein welterbeverträglicher Kompromiss näher», kommentierte Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) die Einigung. Sie sei ein deutlicher Schritt, den sie auch als Präsidentin des deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz ausdrücklich begrüße. Der kleinste Spielraum sollte maximal genutzt werden.
Ministerpräsident Milbradt war im Brückenstreit in die Kritik geraten, weil er den Welterbetitel für verzichtbar erklärt hatte. Am Mittwoch deutete er mögliche Änderungen an. So könnten beispielsweise die sogenannten Brückenfüße - die Gründung der Pfeiler - erheblich verbessert werden. Zudem sei ein anderes Beleuchtungskonzept möglich, das den optischen Eindruck der Brücke verändere.
Bürgerentscheid bindend «Die rechtlichen Rahmenbedingungen bleiben unangetastet», stellte Milbradt klar. Innerhalb dieser Bedingungen würden aber alle Möglichkeiten ausgelotet. Der Regierungschef verwies darauf, dass der Bürgerentscheid für den Bau der Brücke aus dem Jahr 2005 bindend sei. Das Regierungspräsidium soll nun auf die Stadt Dresden zugehen, um zusammen mit den Architekten Änderungsmöglichkeiten auszuloten.
Nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichtes Dresden liegt der Bau der Waldschlößchenbrücke derzeit auf Eis. Umweltverbände hatten den Schutz der bedrohten Fledermausart Kleine Hufeisennase geltend gemacht. Das Regierungspräsidium Dresden legte Beschwerde dagegen ein. Das sächsische Oberverwaltungsgericht in Bautzen will bis Ende Oktober entscheiden. (dpa)