07. Mrz 2007 09:02
Jean Baudrillard hatte sich als Übersetzer von Bertold Brecht und als Kritiker der Medien- und Konsumgesellschaft einen Namen gemacht. Jetzt ist der französische Philosoph gestorben.
Baudrillard, Autor von rund 20 Werken, war ein bissiger Kritiker von Konsumdenken und der Medien und provozierte mit apokalyptischen Beschwörungen. Das letzte Buch des einflussreichen Soziologen, «Cool Memories V.», erschien 2005.Baudrillard wurde 1929 in Reims geboren. Der Germanist begann seine berufliche Laufbahn als Lehrer, er unterrichtete Deutsch an einer Mittelschule. 1966 wechselte er als Assistent an die Universität von Paris in Nanterre. Seine politische Einstellung galt als links und radikal. Bis zum Wahlsieg der Sozialisten 1981 hatte er sich von der politischen Linken wieder distanziert.
Zu den Werken Baudrillards zählen «Das System der Dinge», «Requiem für die Medien», «Agonie des Realen», «Der symbolische Tausch und der Tod» oder «Transparenz des Bösen». 1967 gehörte er zu den Mitbegründern der Zeitschrift «Utopie».
Der französische Erziehungsminister Gilles de Robien würdigte Baudrillard als bedeutende Figur der französischen Soziologie. Mit seinem Buch über die Konsumgesellschaft, das ein Klassiker geworden sei, sei Baudrillard zu einem führenden Denker der Postmoderne aufgestiegen. (AP)