30.01.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Neros Kaiserpalast: abgestützte Decke im Jahr 2005
Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH
Gold, Elfenbein und ein größenwahnsinniger Tyrann. Neros legendärer Kaiserpalast in Rom war wegen Einsturzgefahr ein Jahr lang geschlossen, kann aber nun wieder besichtigt werden.
Der Palast des römischen Kaisers Nero, die «Domus Aurea», soll am 6. Februar wiedereröffnet werden. Allerdings dürften höchstens 20 Personen gleichzeitig die unterirdischen Säle für eine halbe Stunde besichtigen, berichtete die Tageszeitung «Il Messaggero» am Dienstag. Vor einem Jahr musste das antike Prachthaus gegenüber dem Colosseum, eine der archäologischen Sensationen Roms, wegen akuter Einsturzgefahr schließen.
Dem Bericht zufolge können Besucher zunächst nur an vier Tagen in der Woche und als geführte Kleingruppe die Ausgrabung sehen. Auch werde der Rundgang verkürzt: Lediglich ein Dutzend der früher rund 40 Räume sei künftig zugänglich. Beispielsweise fehle der achteckige Saal, in dem Nero unter einer sich drehenden Kuppel Bankette feierte. Als Entschädigung könne man jedoch von einem Gerüst aus die Deckenfresken im «Saal der vergoldeten Gewölbe» aus ungewohnter Nähe betrachten.
Sickerwasser bedroht die GemäldeDer heute von Schutt überdeckte Kaiserpalast war erst 1999 nach zwei Jahrzehnten Ausgrabungen und Restaurierungen für das Publikum geöffnet worden. Seitdem zählte der Rundgang durch die Räume mit insgesamt 16.000 Quadratmetern Fresken zu den archäologischen Attraktionen Roms. Als sich im Dezember 2005 schwere Sickerwasser-Schäden an den Gemälden mit den berühmten «Grotesken» zeigten, stellten die Behörden den Besucherbetrieb ein.
Nero hatte das weitläufige Ensemble von Zimmern, Hallen, Bädern, Tiergehegen und künstlichen Gewässern nach dem Brand Roms im Jahr 64 auf dem Oppius-Hügel errichten lassen. Der Luxus des mit Gold und Elfenbein geschmückten Hauses war in der Antike legendär. (kna)