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Habermas weist «Cicero»-Bericht scharf zurück

25. Okt 2006 22:14
Jürgen Habermas
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Philosoph Habermas hat einen Text des Magazins «Cicero» über seine Zeit als Mitglied der Hitlerjugend mit drastischen Worten kritisiert. Der Autor des Artikels betätige sich «als Denunziant».

Der Philosoph Jürgen Habermas hat sich in ungewöhnlich scharfer Form gegen einen Bericht des Magazins «Cicero» über seine Zeit als Mitglied der Hitlerjugend gewandt. Es handle sich um eine Denunziation, «die das durchsichtige Ziel verfolgt, zusammen mit Grass eine unbequeme Generation von Intellektuellen abzuräumen...», schrieb Habermas am Donnerstag in einer «Stellungnahme» an «Cicero»-Chefredakteur Wolfram Weimer. Habermas betonte, dass er schon auf Grund seiner Behinderung keine Chance gehabt habe, sich als Jugendlicher mit der NS-Ideologie zu identifizieren. «Ich habe auch nicht, was die Redaktion behauptet, «an den Endsieg» geglaubt.» Bei Kriegsende 1945 war Habermas 15 Jahre alt.

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  • Der Autor des Berichts, Jürgen Busche, betätige sich «als Denunziant, indem er auf der Grundlage von längst widerlegten Gerüchten Unwahrheiten insinuiert», schrieb Habermas. Es handle sich um die «Fortsetzung einer politischen Hetze, der ich von Seiten der «Frankfurter Allgemeine Zeitung» insbesondere in den 70er und 80er Jahren ausgesetzt war. Dem kürzlich gestorbenen FAZ- Mitherausgeber Joachim C. Fest warf er vor, ihm - Habermas – offenbar die Kritik an jenen Vordenkern des NS-Regimes übel genommen zu haben, «die er in seinem Blatt rehabilitieren ließ».

    Busche hat seinen mehrseitigen Bericht «Hat Habermas die Wahrheit verschluckt?» als «Spurensuche» bezeichnet. Darin setzt er sich mit seit Jahrzehnten kolportierten Gerüchten auseinander. Danach soll Habermas einen von ihm als HJ-Mitglied ausgefüllten Vordruck-Zettel gegessen und verschluckt haben. Dabei zitiert Busche in seinem Bericht eine Passage aus Fests kürzlich erst erschienener Autobiografie «Ich nicht», in der Habermas zwar nicht direkt mit Namen genannt wird, aber offensichtlich gemeint sein dürfte. Der Zettel habe «ein leidenschaftliches Bekenntnis zum Führer und die unerschütterliche Erwartung des Endsieges» enthalten, heißt es dort.(nz)

     
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