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Opern-Intendantin Harms scheut «Security»

20. Okt 2006 15:59
Kirsten Harms
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Sie stehe hinter ihrer Entscheidung, die Oper Idomeneo abzusetzen, sagt Intendantin Harms im Interview. Sicherheit gehe vor. Allerdings seien Aufführungen mit Polizeischutz «keine verlockende Vorstellung».

Die Sicherheit von Aufführenden und Publikum steht für die Intendantin der Deutschen Oper in Berlin an erster Stelle. Trotz der heftigen Kritik von Politik und Kultur an ihrer Entscheidung, die Mozart-Oper Ideomeo wegen möglicher Anschläge radikaler Islamisten abzusetzen, würde sich Kirsten Harms wieder für diesen Schritt entscheiden, sagt sie im Interview mit dem Berliner Radiosender 100,6 Motor FM. «Wenn es darum geht das Leben von 2000 Menschen zu schützen, werde ich mich immer für die sichere Variante entscheiden.»

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Harms betont, grundsätzlich habe der Staat die Aufgabe, die Freiheit der Kunst zu schützen und ihr einen Freiraum zu ermöglichen. «Ich glaube, das tut er auch», sagt sie im Interview. Manchmal sei es nicht leicht zu entscheiden, welche Aufgabe des Staates Priorität habe.

Die Intendantin betonte, dass Kunst immer wieder auch Tabus berühre. Es sei die Freiheit des Künstlers, wie er etwas zu Ausdruck bringe: «Wir können in diesem Land selber alles sagen, denken und auf die Bühne bringen. Es gibt dort keine Tabus.» Die Frage sei jedoch, an welche Stelle man sich möglicherweise an eine Grenze der Provokation begebe: «Verraten wir tatsächlich unsere eigenen Werte, können wir nicht mehr einen Idomeneo zeigen, der sich emanzipiert?»

«Keine besonders verlockende Vorstellung»

Was sie im Fall der umstrittenen Opern-Inszenierung besonders umtreibe, sei die Aussicht, Opernhäuser womöglich künftig unter Polizeischutz stellen zu müssen. «Ich finde es keine besonders verlockende Vorstellung, bestimmte Operninszenierungen mit Security vor der Haustür zu spielen», sagt Harms im Interview. Allerdings sehe sie momentan keinen Anlass dafür.

Ob und in welcher Form Idomeneo in Zukunft wieder an der Berliner Oper gespielt werde, hänge «allerdings von ganz anderen Faktoren» ab. Es stehe als nächstes an, die begonnene Debatte weiter zu führen, nämlich die Frage: «Wollen wir spielen und jetzt erst recht? Welche Risiken gehen wir damit ein? Und welchen Preis wollen wir dafür zahlen?» Das wolle sie nicht mehr alleine beantworten, bekräftigte die Opernintendantin. «Diese Debatte muss auf breiteren Schultern geführt werden und wir kommen auch nicht um sie herum.»

Das vollständige Interview hören Sie in der Sendung «sonntags ab zehn» auf 100,6 Motor FM oder im Internet: www.netzeitung.de/audio.

 
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