04.10.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Berliner 'Idomeneo'-Inszenierung
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Frühestens in acht Wochen will die Deutsche Oper Berlin die aus Angst abgesetzte Mozart-Inszenierung «Idomeneo» wieder spielen. Berlins Innensenator erarbeitet unterdessen eine zweite Gefährdungs-Analyse.
Die wegen möglicher islamistischer Bedrohungen abgesetzte Mozart-Oper «Idomeneo» soll bald wieder auf dem Spielplan der Deutschen Oper Berlin stehen. «Der frühestmögliche Zeitpunkt ist Dezember, sobald wir Grünes Licht von Landeskriminalamt und der Innenverwaltung mit einem entsprechenden Sicherheitskonzept haben», sagte Opernsprecher Alexander Busche am Mittwoch. Die Intendantin Kirsten Harms sei sich mit Kultursenator Thomas Flierl (Linkspartei) darin einig, die Oper so bald wie möglich wieder aufzunehmen.
«Unsere Ermutigung und Unterstützung dafür hat Frau Harms», sagte Flierls Sprecher am Mittwoch. «Ob und wann sie es tut, ist ihre Entscheidung.» Die Inszenierung von Hans Neuenfels war von der Intendantin vom November- Spielplan abgesetzt worden, nachdem Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sie vor möglicher Reaktionen gewaltbereiter Moslem gewarnt hatte. Eine konkrete Bedrohung gab es aber nicht. Im Epilog zeigt die Hauptfigur die abgeschlagenen Köpfe von Jesus, Buddha, Poseidon und Mohammed.
Harms' Entscheidung, die Inszenierung abzusetzen, war bei Künstlern und Politikern bis hin zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf heftige Kritik gestoßen.
Jetzt will Innensenator Körting eine neue Gefährdungs- Analyse für die Deutsche Oper «zeitnah» erstellen, wie er am Mittwoch mitteilte. «Die Gefährdungseinschätzung soll es der Oper ermöglichen, eine Entscheidung zu treffen.» Ob und wie Polizei die Opernabende absichere, werde aber erst in einem zweiten Schritt festgelegt. (nz)