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Buchmesse kämpft gegen Analphabetismus

02. Okt 2006 13:57
Shashi Tharoor
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Ohne Lesen und Schreiben kein Wohlstand und keine Demokratie, sagt der UN-Funktionär Shashi Tharoor. Nun startet auf der Frankfurter Buchmesse eine Kampagne gegen den weltweiten Analphabetismus.

Die am Mittwoch beginnende Frankfurter Buchmesse will sich mit internationalen Partnern gegen Analphabetentum engagieren. «Es gibt keinen ökonomischen Erfolg ohne Lesen und Schreiben, Bildung spielt eine entscheidende Rolle bei der Demokratisierung», sagte der stellvertretende UN-Generalsekretär für Kommunikation und Schirmherr der Kampagne «Frankfurt Book Fair Literacy Campaign» (Litcam), Shashi Tharoor, zum Start der Aktion per Video-Botschaft aus New York.

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Wie Vimala Ramachandran, Mitglied der indischen Bildungsorganisation «Educational Resource Unit», beklagte, können 771 Millionen Menschen weltweit nicht lesen und schreiben. 64 Prozent davon seien Frauen. Shashi Tharoor forderte, die Ausbildung junger Mädchen zu verbessern. «Wenn ein Junge ausgebildet wird, dann lehrt man eine Person, wenn ein Mädchen geschult wird, dann lehrt man eine ganze Familie», so Tharoor.

Analphabetismus kostet

An Litcam sind unter anderem der deutsche Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung sowie der Deutsche Volkshochschulverband beteiligt. Sie wollen auf den Analphabetismus auch in den Industrienationen aufmerksam machen.

Die Schirmherrin der Verbandes Lesen und Schreiben in den Niederlanden, Prinzessin Laurentien, machte auf die enormen Kosten des Analphabetismus für die Gesellschaft aufmerksam. Dieser koste den niederländischen Staat 537 Millionen Euro im Jahr.

Vier Millionen Analphabeten in Deutschland

Der Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, Andreas Storm, kündigte an, dass Deutschland in der Zeit seiner EU-Ratspräsidentschaft ab Januar 2007 den Fokus auf das lebenslange Lernen legen werde. Grundbildung sei dabei die Voraussetzung für Weiterbildung, sagte Storm.

Allein in Deutschland gibt es rund vier Millionen Analphabeten. Ein Großteil besteht aus «funktionalen Analphabeten», die nur kurz zur Schule gegangenen sind und ihre geringen Lese- und Schreibkenntnisse schnell wieder verlernt haben. (nz)

 
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