26.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Intendantin Harms
Foto: Deutsche Oper Berlin
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Berliner Opern-Intendantin Harms hat ihre Entscheidung, eine Mozart-Inszenierung abzusetzen, verteidigt. Sie berief sich dabei auf Sicherheitsweise von Innensenator Körting.
Die Intendantin der Deutschen Oper in Berlin, Kirsten Harms, hat ihre Entscheidung zur Absetzung einer Mozart-Oper gegen Kritik verteidigt. Mitte August habe sie einen persönlichen Anruf von Berlins Innensenator Körting erhalten, in dem der Senator es als ein «Risiko von unkalkulierbarem Ausgang» bezeichnet habe, die Inszenierung weiter zu zeigen, sagte Harms am Dienstagnachmittag. Angesichts dieser Warnung sei es unverantwortbar gewesen, die Inszenierung auf dem Spielplan zu lassen.
«Sie allein sei befugt, Entscheidungen über den Spielplan zu treffen», verteidigte Harms ihre Entscheidung, die Oper «Idomeneo» abzusetzen, in deren Epilog der König von Kreta aus einem blutverschmierten Sack die abgeschlagenen Köpfe unter anderem von Jesus und Mohammed hervorzieht und triumphierend zeigt. Niemand habe sie unter Druck gesetzt.
Die Absetzung sei eine schwere Entscheidung zwischen Kunstfreiheit und Sicherheit gewesen, bekannte Harms. Wer es wage, die Oper angesichts der Warnung dennoch zu zeigen, der solle dies auch deutlich sagen. Eine Vielzahl an Mitarbeitern habe ihr per Unterschrift ihre Unterstützung versichert, sagte Harms. (nz)