17. Aug 2006 08:13
Der amerikanische Schrifsteller John Irving verteidigt Günter Grass: Der Literatur-Nobelpreisträger bleibe ein «moralischer Kompass» - trotz der Vorwürfe wegen seiner SS-Vergangenheit.
«Grass bleibt für mich ein Held, sowohl als Schriftsteller als auch als moralischer Kompass», schrieb Irving am Mittwoch in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AP. «Sein Mut, sowohl als Schriftsteller als auch als Bürger Deutschlands, ist beispielhaft, ein Mut, der durch seine jüngste Enthüllung unterstrichen, nicht geschmälert wurde», so Irving.
Grass hatte in der vergangenen Woche erstmals mitgeteilt, dass er im Herbst 1944 aus dem Reichsarbeitsdienst in die Waffen-SS einberufen worden sei.
Nach Ansicht von Irving ist Grass als Mensch und als Schriftsteller ein Vorbild an Selbstanalyse und nationalem Gewissen. Irving schrieb Romane wie «Garp und wie er die Welt sah», «Das Hotel New Hampshire» und «Gottes Werk und Teufels Beitrag». (nz)