10.08.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Campino und Klaus Maria Brandauer
Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH
Um ein Haar wäre ihnen die Bauaufsicht dazwischen gekommen. Nun dürfen Klaus Maria Brandauer und Campino aber wie geplant die Dreigroschenoper spielen. Und sie haben sich viel vorgenommen.
Der Regisseur Klaus Maria Brandauer und der Tote-Hosen-Sänger Campino können aufatmen. Wie geplant kann nämlich am morgigen Freitag erstmals die «Dreigroschenoper» im Berliner Admiralspalast aufgeführt werden.
Bis zuletzt war aufgrund sicherheitstechnischer Bedenken unklar, ob das Gebäude für die Aufführung des Klassikers von Bertolt Brecht freigegeben werden würde. Es bedurfte dadurch einer zweiten Begehung durch die Bauaufsicht des Berliner Bezirks Mitte, die das Gebäude am Donnerstag zu Bespielung freigab.
Am Ort der EntstehungBrandauer inszeniert die Dreigroschenoper anlässlich des 50. Todestages Brechts und bringt dabei nicht nur Campino als Mackie Messer, sondern auch weitere prominente Darsteller wie Jenny Deimling, Gottfried John, Katrin Sass und Walter Schmidinger auf die Bühne.
Das Ensemble um Brandauer will bei der Inszenierung des Stücks über die kanonische Aufführungspraxis hinausgehen, und am Ort, an dem die Dreigroschenoper auch entstanden war, etwas von der «elektrisierenden» und «schillernden» Stimmung der zwanziger Jahre transportieren.
Grenzen überschreitenAuch für die musikalische Begleitung konnte ein prominentes Ensemble gewonnen werden. Das Filmorchester Babelsberg, das als einziges professionelles deutsches Ensemble seiner Art gilt, spielt unter der Leitung von Jan Müller-Wieland die Musik von Kurt Weill.
Wie schon in den zahlreichen Einspielungen und Aufführungen von Filmmusik geht es den Musikern dabei um eine spielerische Überwindung der Grenze zwischen Populär- und Hochkultur. (nz)