31.07.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Reformgegner Adolf Muschg
Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH
Prominente Gegner der Rechtschreibreform warnen: Es werde lange dauern, die «Folgeschäden» der Reform zu überwinden. Die Empfehlungen der Duden-Redaktion «treiben die Verunsicherung auf die Spitze».
Die Forschungsgruppe Deutsche Sprache in Jena hält die Rechtschreibreform acht Jahre nach ihrem Start für einen Fehlschlag. Sowohl das amtliche Regelwerk als auch die jüngst erschienenen Wörterbücher Wahrig und Duden böten ein verwirrendes Bild, teilte die Forschungsgruppe am Montag mit.
Die Gruppe versteht sich als Zusammenschluss von Reformgegnern. Dazu zählen neben Sprachwissenschaftlern wie Horst Haider Munske und Christian Stetter auch die Schriftsteller Reiner Kunze, Sten Nadolny und Adolf Muschg.
In ihrer Mitteilung kritisert die Forschungsgruppe die Empfehlungen der Duden-Redaktion scharf. Dadurch würde die «sprachliche Verunsicherung auf die Spitze» getrieben. Die neuen Regeln seien «völlig willkürlich und unerlernbar».
Nach Meinung der Reformgegner wird es lange dauern, «die Folgeschäden der gewalttätigen staatlichen Eingriffe in das funktionierende System der deutschen Sprache» zu überwinden. «Die Sprache kann sich nur regenerieren, wenn die Politiker von ihr ablassen.» Diese Voraussetzung sei jedoch noch nicht erfüllt.(nz)