29.07.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Frank Castorf
Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH
Der Intendant der Berliner Volksbühne Castorf inszeniert an seinem Haus Wagners Oper «Die Meistersinger von Nürnberg». Er will das Werk auf sein «politisches Moment» zurückführen. Premiere ist Ende September.
Wenige Wochen nach den Bayreuther Richard-Wagner-Festspielen inszeniert Frank Castorf an seiner Berliner Volksbühne Wagners Oper «Die Meistersinger von Nürnberg». Premiere der Partitur für zwei Klaviere, ein Bläserquartett und einen «Chor der werktätigen Volksbühne» ist am 21. September, teilte das Theater am Samstag mit. In Anlehnung an Wagners damals neuartige Vorstellungen einer «Oper als Drama» führe Castorfs «Drama als Oper» das Werk auf sein «politisches Moment» zurück.
Bei Wagners «besonders deutschem Ideendrama und einziger komischer Oper» konfrontiere er im Singwettstreit das Beharrungsvermögen der in ihrem dogmatischen Regelwerk erstarrten meisterlichen «Spießbürger» (wie Wagner sie nannte) mit dem revolutionären Elan der Adligen - und «der beste Künstler bekommt als Preis die Superfrau». Bei Castorf würden «Schauspieler zu Wagnersängern».
Auf der Bühne von Jonathan Meese komme es zu einer «Versuchsanordnung für Revolutionäre zwischen Schlachtfeld und Spielzimmer, Salon und Knast, Subvention und Subversion». Es singen und spielen unter anderem der Tenor Christoph Homberger sowie Bernhard Schütz, Sophie Rois, Max Hopp, Winfried Wagner, David Marton und Ruth Rosenfeld.(nz)