29. Jul 2006 22:32
Der Intendant der Berliner Volksbühne Castorf inszeniert an seinem Haus Wagners Oper «Die Meistersinger von Nürnberg». Er will das Werk auf sein «politisches Moment» zurückführen. Premiere ist Ende September.
Bei Wagners «besonders deutschem Ideendrama und einziger komischer Oper» konfrontiere er im Singwettstreit das Beharrungsvermögen der in ihrem dogmatischen Regelwerk erstarrten meisterlichen «Spießbürger» (wie Wagner sie nannte) mit dem revolutionären Elan der Adligen - und «der beste Künstler bekommt als Preis die Superfrau». Bei Castorf würden «Schauspieler zu Wagnersängern».Auf der Bühne von Jonathan Meese komme es zu einer «Versuchsanordnung für Revolutionäre zwischen Schlachtfeld und Spielzimmer, Salon und Knast, Subvention und Subversion». Es singen und spielen unter anderem der Tenor Christoph Homberger sowie Bernhard Schütz, Sophie Rois, Max Hopp, Winfried Wagner, David Marton und Ruth Rosenfeld.(nz)