Neu in Berlin: Museum fürs deutsche Fernsehen
31.05.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Das Fernsehen ist reif fürs Museum. Nach fast 20 Jahren wird der lang gehegte Plan für ein Deutsches Fernsehmuseum in Berlin Wirklichkeit. An 31. Mai wird die Sammlung im Filmhaus am Potsdamer Platz eröffnet. Ob «Bonanza» im West- Fernsehen oder «Russisch für Sie» im Ost-Fernsehen, die Bilder der Fußball-WM von 1954 oder die heutigen Nachrichtensendungen von Öffentlichen und Privaten - das Museum zeigt 53 Jahre west- und ostdeutsche Fernsehgeschichte. In der westlichen Besatzungszone startete das Fernsehen am 25. Dezember 1952. Der russische Sektor ging mit einem Versuchsprogramm bereits vier Tage früher auf Sendung - pünktlich zu Stalins 73. Geburtstag.
Das Fernsehmuseum komplettiere das Filmhaus am Potsdamer Platz zu einem in Europa einmaligen «House of Moving Images», so die Ausstellungsmacher von der Deutschen Kinemathek. In einem Gebäude versammelt sind dann nicht nur das Film- und das Fernsehmuseum versammelt, sondern auch die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin, das Internationale Forum des Jungen Films der Berlinale sowie die Stiftung Deutsche Kinemathek mit Filmarchiv und zwei Kinos.
Jetzt ist das Fernsehmuseum Teil der Stiftung Deutsche Kinemathek und wird unter anderem aus dem Etat von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) gefördert. Geld kommt außerdem von ARD und ZDF. RTL und ProSiebenSat.1 steuert TV-Material bei.
In der Anfangszeit der bewegten Bilder auf der Mattscheibe wurden viele Sendungen gleich wieder gelöscht. «Entweder aus Platz- oder Materialmangel oder schlicht aus fehlender Sensibilität für die künftige Bedeutung des gesendeten Materials», so die Macher des Fernsehmuseums.
Auf Monitoren wird gezeigt, was Fernsehen bis heute ausmacht: Die Live-Berichterstattung aus aller Welt. Zu sehen sind unter anderem die Krönung von Elizabeth II., die berühmte Rede John F. Kennedys vor dem Berliner Rathaus Schöneberg und die erste Mondlandung. Bewegende und tragische Bilder aus heutiger Zeit sind das Attentat auf das World Trade Center und die Beerdigung von Papst Johannes Paul II..

