netzeitung.deGrass nennt Bush und Blair «Heuchler»

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Günter Grass (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Günter Grass
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Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass hat den Anti-Terror-Kampf der USA und Großbritanniens heftig kritisiert. Dieser missachte die Gesetze der Zivilisation - und die USA würden sogar regelrechte Kriegsverbrechen planen.

Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass hat den USA und Großbritannien vorgeworfen, mit ihrer Politik den internationalen Terrorismus zu fördern. Die USA hätten den Terrorismus und Bin Laden selbst «gezüchtet», sagte der Autor am Dienstag zur Eröffnung des 72. Weltkongresses der Schriftstellervereinigung PEN in Berlin.

Der Literatur-Nobelpreisträger warf US-Präsident George Bush und dem britischen Premierminister Tony Blair «Heuchelei» vor. Sie würden jenen Priestern gleichen, «die seit Alters her Waffen segneten und mit der Bibel den Tod in ferne Länder trugen».

«Dümmer und deshalb gefährlicher kann Politik nicht sein», sagte Grass zum Krieg der USA gegen den Terror. Dieser Krieg missachte die Gesetze der zivilisierten Welt und fördere den Terror sogar. Die USA hätten sogar die Wiederholung eines Kriegsverbrechens angedroht – den Einsatz von Atomwaffen. «Doch alle Welt hört weg und gibt sich ohnmächtig», sagte der 78-Jährige.

Grass zitierte eine längere Passage aus der Rede Harold Pinters zur Verleihung des Literatur-Nobelpreises im vergangenen Jahr. «Die Verbrechen der Vereinigen Staaten waren systematisch, konstant, infam, unbarmherzig, aber nur sehr wenige Menschen haben darüber gesprochen», zitierte er.

Die USA hätten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs «jede rechtsgerichtete Militärdiktatur auf der Welt» unterstützt – von Indonesien bis Chile. «Niemand zählt die Leichen nach amerikanischen Bomben- und Raketenangriffen», kritisierte Grass. Verstümmelte Frauen und Kinder würden verharmlosend als »Kollateralschäden« bezeichnet. (nz)