27.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Der Dirigent Riccardo Muti und die Wiener Philharmoniker
Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH
Drei Tage lang wird in den Mozart-Städten Salzburg und Wien der 250. Geburtstag des Komponisten gefeiert. In der österreichischen Hauptstadt leitet die Oper «Idomeneo» das Mozartjahr ein.
Die Musikwelt begeht am heutigen Freitag den 250. Geburtstag Wolfgang Amadeus Mozarts (1756-1791). In den österreichischen Mozartstädten Salzburg und Wien wird jeweils drei Tage lang gefeiert. Mit Konzerten, Festen und Glockengläut wurde in zahlreichen Städten das Mozartjahr eröffnet.
Beim Festakt in Mozarts Geburtsstadt Salzburg ehrte der Dirigent Nikolaus Harnoncourt den Komponisten in einer «Künstlerrede». «Er kommt von einem anderen Stern» sagte Harnoncourt. «Ein Genie wie Mozart wird nicht, das ist wie ein Meteor aus dem Universum.» Mozart sei ein «Griffel in der Hand Gottes» gewesen. Seine Musik zwinge dazu, «in seelische Abgründe zu schauen und kurz darauf in den Himmel». Der Musiker dirigierte die Wiener Philharmoniker mit der g-Moll-Sinfonie KV 55.
Am Abend dirigierte Riccardo Muti das Festkonzert mit den Wiener Philharmonikern im Salzburger Festspielhaus. Die Salzburger Konditoren schufen eine gigantische vierstöckige Geburtstagstorte aus Schokoladenteig von 120 Kilo Gewicht, die für 1000 Gäste reichen sollte.
In Wien, wo Mozart starb, leitet die Premiere der Oper «Idomeneo» mit Neil Shicoff und Angelika Kirchschlager das Mozartjahr ein. Musikalisch-theatralische Reisen zu unterschiedlichen Orten, an denen Mozart in seiner Wiener Zeit gewirkt hatte, lockten zahlreiche Besucher. Kinder übten sich im Scherenschnitt-Basteln nach Rokoko-Manier oder im Notenmalen. Für das neu eröffnete «Mozarthaus Vienna» mit der einzigen erhaltenen Wohnung des Komponisten in Wien wurden am ersten Tag 1500 Karten ausgegeben.
Familiäre Wurzeln Mozarts in BayernIn Augsburg, der Heimatstadt von Wolfgangs Vater Leopold Mozart, fand ein Festakt mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber statt. «Bayern war zwar nicht das große Glück vergönnt, dass dieser große Meister in seinem heutigen Staatsgebiet geboren wurde», sagte der CSU-Chef in seiner Ansprache. «Jedoch dürfen wir uns rühmen, dass hier in Augsburg die familiären Wurzeln Mozarts liegen.» In der Stadt war der Vater des Komponisten, Leopold Mozart zur Welt gekommen.
Erste Opernregie von HanekeBasel zeigt die Uraufführung der Oper «Der schwarze Mozart» von Andreas Pflüger. In Paris inszeniert der Filmregisseur Michael Haneke Mozarts «Don Giovanni». Zahlreiche deutsche Städte laden zudem zu Konzerten, Aufführungen und Ausstellungen ein.
Das Fernsehen schloss sich den Mozart-Feiern an. Die ARD feierte den Musiker mit einer Gala bereits am Donnerstag. Auch die TV-Show «Wetten, dass...?» am Samstag aus Salzburg soll ganz im Zeichen Mozarts stehen. (nz)