netzeitung.deMit Mozart auf den Olymp

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Wolfgang Amadeus Mozart (Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH)

Lupe Wolfgang Amadeus Mozart
Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mozarts Strahlkraft und ein bombastischer Strawinsky: Unter Leitung von Zubin Mehta haben die Wiener Philharmoniker in Berlin gastiert.

Von Corina Kolbe

Noch hat das Mozart-Jahr nicht begonnen, doch die Wiener Philharmoniker haben es sich nicht nehmen lassen, die offiziellen Feiern in Berlin schon früher zu beginnen. Zumal sie ein Stück Heimat im Gepäck hatten: Strahlender Höhepunkt ihres Sonderkonzerts am Sonntagabend in der Berliner Philharmonie war die «Jupiter-Sinfonie», die Mozart im Sommer 1788 als letzte seiner Sinfonien in Wien komponiert hatte. Am Pult stand der Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper München, Zubin Mehta.

Anders als im Programm vorgesehen, machte aber nicht Mozart, sondern Strawinsky den Anfang. Mit der Jupiter-Sinfonie als Einstieg, so erklärte Mehta dem Publikum, werde man diesem Werk nicht gerecht. In großer Besetzung spielte das Orchester also zunächst den bei seiner Uraufführung vor 90 Jahren als höchst skandalös empfundenen «Sacre du Printemps».

Stampfende, hämmernde Rhythmen und starke Kontraste: Der eigentlich für den Schluss des Abends geplante Schockeffekt wurde vorweg genommen. Die Philharmoniker, von Mehta mit knappen, wenn auch manchmal zu sparsamen Gesten geleitet, überzeugten als Orchester von Weltrang, wobei die Bläser ganz besonders beeindruckten.

Brillante Flöten- und Harfen-Soli
Einen großen Auftritt hatte dann der langjährige Solo-Flötist der Philharmoniker, Dieter Flury, in Mozarts Konzert für Flöte, Harfe und Orchester (KV 299), das nach Strawinskys Frühlingsopfer fast wie Kammermusik anmutete. Flury harmonierte vorzüglich mit der Harfenistin Charlotte Balzereit, die beide mit ihren Soli den heiter-gelassenen Charakter des Stückes unterstrichen.

Ein göttliches Finale boten die Wiener Philharmoniker mit der Jupiter-Sinfonie Nr. 41 (KV 551), deren mitreißender Schlusssatz (Molto allegro) viele Zuhörer noch auf dem Nachhauseweg begleitet haben dürfte.