netzeitung.deMozart und Freud mit verdrehten Augen

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Intendant Luc Bondy (Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH)

Lupe Intendant Luc Bondy
Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Wiener Festwochen widmen sich 2006 den runden Geburtstagen von Wolfgang Amadeus Mozart und Sigmund Freud. Auch Uraufführungen zeitgenössischer Werke stehen auf dem Programm.

Vier Uraufführungen im Musiktheater und im Schauspiel wollen die Wiener Festwochen im kommenden Jahr präsentieren. Insgesamt ist das Kulturprogramm allerdings reduziert worden.

Auf unterschiedliche Weise beziehen sich Intendant Luc Bondy, Schauspieldirektorin Marie Zimmermann und Musikchef Stéphane Lissner auf den 250. Geburtstag Wolfgang Amadeus Mozarts, aber auch auf Sigmund Freud, der vor 150 Jahren geboren wurde.

Das Programmheft zeigt beide im Porträt - mit verdrehten Augen. Dieses Schmollen sei als «kleine ironische Anmerkung über das Jubilieren» zu verstehen, erklärte Bondy bei der Programmpräsentation am Donnerstag in Wien.

Insgesamt sind von 12. Mai bis 18. Juni in 165 Vorstellungen 32 Produktionen zu sehen. Im Zentrum des Musikprogrammes steht eine Uraufführung der österreichischen Komponistin Olga Neuwirth. Die Inszenierung unter dem Titel «Der Don Giovanni-Komplex» vereint eine Komponistin, einen Schauspieler und einen Sänger, die sich über die Entwicklung der zeitgenössischen Kunst auseinander setzen.

Chéreaus «Così» als Gastspiel
Der polnische Regisseur Krystian Lupa übernimmt mit Mozarts «Zauberflöte» erstmals eine Opernregie, Dirigent ist Daniel Harding. Als Gastspiel ist Patrice Chéreaus Fassung von «Così fan tutte» ebenfalls unter Hardings Leitung zu sehen. Der amerikanische Regisseur Peter Sellars ist für die Neuinszenierung von Mozarts Fragment «Zaide» verantwortlich.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Neuinszenierung von Henry Purcells «Dido and Aeneas» von Deborah Warner. Als zentrale Stücke im Schauspielprogramm präsentierte Zimmermann Luc Bondys deutschsprachige Erstaufführung von Jon Fosses «Schlaf» sowie das Gastspiel von Botho Strauß' neuem Stück «Viol - Schändung» des Pariser Odéon-Theaters, das ebenfalls von Bondy inszeniert wird.

Inszenierter Briefwechsel Mozarts
Mozart kommt am Theater als Briefeschreiber zur Sprache, in einem inszenierten Briefwechsel der Familie des Künstlers, inszeniert von Christof Loy. In der Sonderreihe «Into the City» versucht Wolfgang Schlag, eine Brücke von der Hochkultur in den Wiener Alltag zu schlagen.

Darunter sind ein Abend mit Liebesliedern an unterschiedlichen Orten der Wiener Rotlichtmeile am Gürtel und ein Projekt an Sportplätzen, die vor allem von jungen Ausländern frequentiert werden. (nz)