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Politik und Medien würdigen Hüsch

06. Dez 2005 18:55
Hanns Dieter Hüsch
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Politiker, Medienschaffende und Kirchenvertreter würdigten den verstorbenen Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch als «unbeirrbaren Humanisten», großen Künstler und Menschenfreund.

Vertreter aus Politik, Medien und den Kirchen ehren den im Alter von 80 Jahren verstorbenen Kabarettisten und Schriftsteller Hanns Dieter Hüsch. Bundestagspräsident Norbert Lammert sagte am Dienstag in Berlin: «Einer der Großen des literarischen Kabaretts ist tot.» Mit Hüsch habe das Land «einen der profiliertesten deutschen Kleinkünstler verloren, den spöttischen Poeten unter den Kabarettisten». Lammert hob besonders die Begabung Hüschs zu «subtilem Tief- und Hintersinn» hervor. Er sei «ein philosophischer Schelm mit feiner Beobachtungsgabe und scharfer Zunge» gewesen.

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  • «Meister der Sprache»

    Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck sagte in Mainz, Hüsch habe «mit seiner Kunst für mehr Toleranz, Demokratie und Gerechtigkeit gekämpft». Er sei «der wortmächtige Dichter des deutschen Kabaretts, ein Meister der Sprache und der leisen und lauteren Töne» gewesen. Beck erinnerte daran, dass Hüsch die Hälfte seines Lebens in Mainz verbracht und dort auch seine künstlerischen Anfänge erlebt habe. Die Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag, Renate Künast und Fritz Kuhn, sagten, sie trauerten «um ein Urgestein des politischen Kabaretts in Deutschland».

    Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers nannte Hüsch einen «großen Humanisten». Dessen Tod sei «ein großer Verlust für Kultur, Kunst und Brauchtum in Nordrhein-Westfalen». WDR-Intendant Fritz Pleitgen sagte in Köln, Hüsch werde «als unbeirrbarer Humanist in Erinnerung bleiben, dessen Name auf immer mit dem literarischen Kabarett verbunden ist». Hüsch habe sich «bei aller Klarheit seiner Aussagen nicht politisch vereinnahmen» lassen, ´so Pleitgen. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) beklagte den Tod Hüschs als einen «schmerzlichen Verlust» für die «große Kleinkunst» in Deutschland».

    «Traurig und voller Anteilnahme»

    Er sei «traurig und voller Anteilnahme», schrieb der Ratsvorsitzende der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, an die Witwe Christina Rasche-Hüsch. «Deutschland und die EKD haben einen Mahner verloren, der alle immer wieder daran erinnert habe, das Menschliche nicht aus dem Blick zu verlieren und dem es immer wieder gelungen sei, Schweres leicht zu sagen.»

    Hüsch stand über 50 Jahre auf der Bühne. Wegen einer schweren Krebserkrankung gab er im Jahr 2000 sein Abschiedsprogramm. Das letzte Mal stand er wenige Wochen vor einem Schlaganfall, den er im November 2001 erlitt, auf der Bühne.

    Hüsch hatte eine Fülle von Radioauftritten, schrieb Bücher, produzierte Schallplatten und CDs. Er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz, den Staatspreis des Landes NRW, den «Kabarett-Oscar» und zweimal den Deutschen Kleinkunstpreis. Seine Geburtsstadt Moers, in der er vermutlich beerdigt wird, verlieh ihm die Ehrenbürgerschaft. (nz)

     
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