Techno und klassisches Orchester
23.11.2005
Herausgeber: netzeitung.de
So sehen Paul-van-Dyk-Fans den bekannten Techno-DJ wohl eher selten: Am Montagabend thronte er im schwarzen Anzug mit weißem Hemd auf der rappelvollen Bühne des «Tipi» im Tiergarten, eingerahmt von einem Mischpult, mehreren Synthesizern, seinem Laptop und 50 Musikern des Filmorchesters Babelsberg.
Statt des Platten-Auflegens in Solomanier stand diesmal eine Live-Symbiose aus elektronischer Tanzmusik und klassischen Klängen auf dem Programm des DJs - ein Sitzkonzert im intimen Rahmen eines Kleinkunst-Zeltes. Der Wahlberliner van Dyk legt Wert darauf, dass es sich «nicht um so ein übliches Pop-meets-Klassik-Ding» handelte: «Einfach nur meine Songs abspulen mit irgendwo ein paar Fiedeln dazu, das wollte ich nicht.»
Zum ersten Mal hatten der Techno-DJ und die klassischen Musiker beim diesjährigen Festakt zur deutschen Einheit in Potsdam zusammengearbeitet. Van Dyk und der Sänger der Band Wolfsheim, Peter Heppner, boten gemeinsam mit den Babelsbergern eine Orchesterversion ihres Hits «Wir sind Wir» dar. Es entstand die Idee für ein gemeinsames Konzert, das in nur etwa sechs Wochen auf die Bühne
gebracht wurde.
Dabei hatte es nicht einmal genügend Zeit für richtige Proben gegeben. «Vor dem Auftritt haben wir zwei Durchläufe gemacht, der dritte war dann schon das Live-Konzert. Das war zwar ganz schön anstrengend, aber toll», sagte ein sichtlich zufriedener van Dyk nach vollbrachter Arbeit. Er schloss auch eine Wiederholung nicht aus.
Wenn beim nächsten Mal die durchgehend taghelle Beleuchtung und damit verbundene Aufheizung des Zuschauerraums vermieden werden kann, kommt sicherlich sogar noch bessere Stimmung auf. (dpa)

