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Techno und klassisches Orchester

23. Nov 2005 07:40
Paul van Dyk und das Filmorchester Babelsberg
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Techno und der Klang eines klassischen Orchesters können offenbar gut miteinander harmonieren. Paul van Dyk und das Filmorchester Babelsberg demonstrierten das auf einem Konzert in Berlin.

Von Søren Gieß

So sehen Paul-van-Dyk-Fans den bekannten Techno-DJ wohl eher selten: Am Montagabend thronte er im schwarzen Anzug mit weißem Hemd auf der rappelvollen Bühne des «Tipi» im Tiergarten, eingerahmt von einem Mischpult, mehreren Synthesizern, seinem Laptop und 50 Musikern des Filmorchesters Babelsberg.

Statt des Platten-Auflegens in Solomanier stand diesmal eine Live-Symbiose aus elektronischer Tanzmusik und klassischen Klängen auf dem Programm des DJs - ein Sitzkonzert im intimen Rahmen eines Kleinkunst-Zeltes. Der Wahlberliner van Dyk legt Wert darauf, dass es sich «nicht um so ein übliches Pop-meets-Klassik-Ding» handelte: «Einfach nur meine Songs abspulen mit irgendwo ein paar Fiedeln dazu, das wollte ich nicht.»

Wir sind Wir

Stattdessen wurden Stücke aus dem Repertoire van Dyks für das Konzert umarrangiert. Mit Erfolg: Das Publikum im bis auf den letzten Platz gefüllten Zelt war hörbar begeistert. Elektronische und organische Klänge vermischten sich, an manchen Stellen war – im positiven Sinne – kaum auszumachen, wer gerade welchen Klang erzeugte.

Zum ersten Mal hatten der Techno-DJ und die klassischen Musiker beim diesjährigen Festakt zur deutschen Einheit in Potsdam zusammengearbeitet. Van Dyk und der Sänger der Band Wolfsheim, Peter Heppner, boten gemeinsam mit den Babelsbergern eine Orchesterversion ihres Hits «Wir sind Wir» dar. Es entstand die Idee für ein gemeinsames Konzert, das in nur etwa sechs Wochen auf die Bühne
gebracht wurde.

Anstrengend aber toll

Abgerundet wurde der Abend im «Tipi» durch die Auftritte dreier Gastsänger: Wayne Jackson sang die Stücke, zu denen er auch auf van Dyks aktuellem Album die Gesangsparts beisteuert. Bei «Wir sind Wir» stand wieder Peter Heppner auf der Bühne. Gesangliches Highlight des Abends war aber die Berliner Jazz-, Blues- und Soulsängerin Angelika Weiz.

Dabei hatte es nicht einmal genügend Zeit für richtige Proben gegeben. «Vor dem Auftritt haben wir zwei Durchläufe gemacht, der dritte war dann schon das Live-Konzert. Das war zwar ganz schön anstrengend, aber toll», sagte ein sichtlich zufriedener van Dyk nach vollbrachter Arbeit. Er schloss auch eine Wiederholung nicht aus.

Wenn beim nächsten Mal die durchgehend taghelle Beleuchtung und damit verbundene Aufheizung des Zuschauerraums vermieden werden kann, kommt sicherlich sogar noch bessere Stimmung auf. (dpa)

 
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