netzeitung.deRichtfest für Anna Amalia Bibliothek

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Ein Zimmermann arbeitet am Dachstuhl der Anna Amalia Bibiothek (Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH)

Lupe Ein Zimmermann arbeitet am Dachstuhl der Anna Amalia Bibiothek
Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die schwer beschädigte Herzogin Anna Amalia Bibliothek hat einen neuen Dachstuhl bekommen. 2007 soll die Bibliothek wieder eröffnet werden.

Die bei einem Brand vor über einem Jahr schwer beschädigte Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar hat einen neuen Dachstuhl bekommen. Zum 266. Geburtstag der Namenspatronin wurde am Montag Richtfest gefeiert. Zuvor war das Gebälk nach dem Vorbild der historischen Konstruktion auf einer Fläche von 26,8 Metern Länge und 14,5 Metern Breite wiedererrichtet worden, wie die Stiftung Weimarer Klassik mitteilte. Rund 100 Kubikmeter Holz wurden dafür verbaut.

Im Beisein von Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) würdigten Thüringens Kultusminister Jens Goebel (CDU) und der Präsident der Klassik-Stiftung, Hellmut Seemann, zum Abschluss des ersten Sanierungsabschnitts die große Spendenbereitschaft für die Wiederherstellung des Gebäudes, das seit 1998 zum Weltkulturerbe der Unesco gehört.

Heizstäbe und Schiefer
Die Wiedereröffnung der Bibliothek, die dann mit moderner Elektro-, Klima- und Sicherheitstechnik ausgestattet sein wird, ist im Gedenkjahr zum 200. Todestag der Herzogin 2007 geplant. Bis Februar soll das Dach mit Thüringer Schiefer eingedeckt sein.

Parallel zur Sanierung muss das Innere des Gebäudes weiterhin zusätzlich getrocknet werden. Das Mauerwerk ist durch Löschwasser stellenweise noch immer völlig durchnässt. Auf rund 200 Grad erhitzte Heizstäbe, die im Abstand von 40 Zentimetern tief in den Mauern stecken, sollen den Trocknungsprozess beschleunigen.

Der Bau stand kurz vor der Restaurierung, als er vor über einem Jahr durch den Großbrand zusätzlich schwer beschädigt wurde. Das Dachgeschoss und die zweite Galerie des Rokokosaales aus dem 18. Jahrhundert wurden vollständig vernichtet. Neben 50.000 Büchern aus dem 16. bis 20. Jahrhundert verbrannten auch 35 Gemälde. (nz)