netzeitung.deRauch gegen «Verluderung»

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Neo Rauch (Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH)

Lupe Neo Rauch
Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Maler Neo Rauch hat zum Antritt seiner Malerei-Professur mehr Qualität gefordert. Es ginge nicht an, «dass jede drittklassige Leinwand verkauft ist, bevor die Farben getrocknet sind».

Neo Rauch hat zum Antritt seiner Malerei-Professur an der Leipziger Kunsthochschule mehr Qualität in der Lehre und auf dem Markt gefordert: «Wir müssen das Medium Malerei wieder auf ein Normalmaß zurückstutzen. Es kann nicht sein, dass jede drittklassige Leinwand verkauft ist, bevor die Farben getrocknet sind», sagte er am Mittwoch. Das Etikett «Neue Leipziger Schule» sei ihm mehr als lästig und von außen aufgesetzt. Gleichwohl habe es geholfen, im rechten Moment erneute Aufmerksamkeit auf das Genre zu lenken.

Wie sein inzwischen emeritierter Lehrer Arno Rink, dessen Assistent Rauch von 1993 bis 1998 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst war, wolle er künftig einen «substanziellen und konservativen Unterricht betreiben». Seine rund 40 Studenten sollten von ihm «eine Art Dienerschaft und Assistenz erfahren», sagte Rauch. So wolle er der «Verluderung der Qualitätskriterien und den Begehrlichkeiten des Marktes» entgegenwirken.

Er selbst habe erst als Meisterschüler von Bernhard Heisig 1986 sein erstes Bild verkauft und dafür rund 500 DDR-Mark erhalten. Heute ist Rauch einer der weltweit erfolgreichsten figürlichen Maler.

Frage der Ehre
Der Ruf an die Kunsthochschule, an der 530 Studenten in vier Studiengängen ausgebildet werden, war für Rauch nach eigenen Angaben eine Frage der Ehre: «Mit 45 Jahren ist es an der Zeit, Verantwortung zu übernehmen und das Wissen an Jüngere weiterzugeben. Ich kann diese neue Herausforderung gut gebrauchen», sagte er.

Dennoch werde er auch künftig einen Großteil seiner Zeit in seinem «Elfenbeinturm» verbringen, wie er sein Atelier im ehemaligen Industriestadtteil Plagwitz nennt. Auf seinen Bildern lässt Rauch oft Figuren durch eine karge Welt schweben. Er kombiniert alltägliche Motive und Bilder aus dem sozialistischen Alltag mit scheinbar widersprüchlichen Utensilien. (nz)