netzeitung.deVerlag akzeptiert «Weber» mit Änderungen

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Die Weber in Dresden (Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH)

Lupe Die Weber in Dresden
Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Rechtsstreit um die Dresdner «Weber»-Inszenierung ist beendet. Der Verlag Felix Bloch Erben lenkte ein.

Der Berliner Verlag Felix Bloch Erben hat im Zusammenhang mit der umstrittenen Dresdner «Weber»-Inszenierung eine Unterlassungserklärung des Staatsschauspiels akzeptiert. «Damit ist der Rechtsstreit erledigt», sagte Rechtsanwalt Cornelis Lehment am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.

Der Verlag verzichte auf die einstweilige Verfügung, mit der ein Verbot der Aufführung erreicht worden war. Das Staatsschauspiel Dresden erwartet nach wie vor eine Erklärung des Berliner Kammergerichts zur laufenden Berufung des Theaters.

Das Gericht hatte vor einer Woche in einem Zwischenbescheid ein generelles Verbot der Inszenierung als nicht haltbar eingeschätzt. Die Bühne kündigte an, das Stück vom 10. Mai an mit Ausnahme der beanstandeten Passagen wieder in ursprünglicher Fassung zu spielen.

«Tötungsfantasien»
Das Gericht hatte «Tötungsfantasien», die der Tendenz des Originals zuwiderliefen, für nicht zulässig gehalten. Bei der Chorszene werde TV-Moderatorin Sabine Christiansen nun «abgewickelt» statt sie zu «erschießen», sagte Gräper. Entfernt wurden zudem die Passage «Verbrennen in den Öfen», das Arbeitsamt und das Wort «beseitigen».

In der Erklärung an den Verlag hatte sich die Bühne ohne Aufgabe der eigenen Auffassung verpflichtet, bis zum Vertragsende am 31. Juli das Stück ohne die beanstandeten Passagen zu spielen. Das Theater erwartet aber laut Gräper eine abschließende Erklärung zur Berufung sowie eine Entscheidung über die Kosten des Verfahrens. Aus Sicht von Verlagsanwalt Lehment hat diese die Bühne zu tragen.

Einstweilige Verfügung
Hauptmanns «Die Weber» hatten am 30. Oktober 2004 Premiere, wurden aber nur bis November gespielt.

Das Berliner Landgericht bestätigte im Januar eine einstweilige Verfügung gegen die Inszenierung, da die Ergänzungen zum Urtext nicht vertragsgemäß genehmigt waren. Das Stück musste abgesetzt werden. Das Theater legte Berufung ein und spielt seit Februar den Chor der Arbeitslosen aus dem verbotenen Stück in einer Textcollage «Dresdner Weber» als Hommage an Gerhart Hauptmann. Original und Hommage, die den «Skandal» thematisiert, sollen bis zum Sommer parallel gezeigt werden.(nz)