netzeitung.de«Ehrenerklärung» für Irving: Giordano kritisiert Hochhuth

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Ralph Giordano (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ralph Giordano
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Ralph Giordano hat Rolf Hochhuth vorgeworfen, mit seiner Verteidigung des Holocaust-Leugners David Irving das Andenken an die NS-Opfer zu beschädigen.

Wegen seiner Äußerung, der britische Holocaust-Leugner David Irving sei ein «seriöser Historiker» ist der Schriftsteller Rolf Hochhuth von dem Publizisten Ralph Giordano scharf kritisiert worden.

Hochhuth sei «eine der größten Enttäuschungen der letzten 60 Jahre», heißt es in einem am Donnerstag verbreiteten Brief Giordanos an den Autor. «Es gibt keinen Akt des Nachtretens, der den Ermordeten im Deutschland nach 1945 erspart geblieben wäre». Mit seiner «Ehrenerklärung» für Irving nähere sich Hochhuth nun den Nachtretern an.

Das Landgericht München hatte Irving wegen Beleidigung und Verunglimpfung des Ansehens Verstorbener verurteilt. Der Historiker musste 30.000 Mark Geldstrafe zahlen. Er hatte bei einer Veranstaltung in München gesagt, es sei inzwischen bekannt, «dass die den Touristen in Auschwitz gezeigte Gaskammer eine Attrappe ist, die nach dem Kriegsende von den Polen gebaut wurde».

Giordano wirft Irving in seinem Schreiben vor, den Massenmord an den Juden «auf das widerwärtigste geleugnet» zu haben. «Wenn die Wannseekonferenz vom 20. Januar 1942, Tag des Beschlusses der »Endlösung der Judenfrage«, und Heinrich Himmlers akustisch dokumentiertes Bekenntnis zum Holocaust in Posen von 1943 doch den Fantasien eines Science-Fiction-Autors entsprungen wären!« heißt es weiter in dem Brief.

Zuvor hatte bereits der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, Hochhuth wegen seiner Position zu Irving kritisiert. (nz)