Barenboim für Versöhnungsarbeit geehrt
14.03.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Daniel Barenboim
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der israelische Dirigent Daniel Barenboim ist mit der Buber-Rosenzweig-Medaille ausgezeichnet worden. Er habe sich für die Versöhnung von Juden und Arabern eingesetzt, hieß es zur Begründung.
Daniel Barenboim ist am Sonntag in Bad Nauheim für seine Verdienste um den jüdisch-christlichen Dialog mit der Buber-Rosenzweig-Medaille 2004 ausgezeichnet worden. Der 61-Jährige erhielt die Ehrung bei der zentralen Eröffnungsfeier zur Woche der Brüderlichkeit, wie die Nachrichtenagentur epd berichtet.
Barenboim habe sich «nachhaltig und fantasievoll dafür eingesetzt, die ethnischen, kulturellen und religiösen Gegensätze und Konflikte zu überwinden, die unsere Zivilisation gegenwärtig bedrohen», wurde die Auszeichnung begründet. Bundespräsident Johannes Rau dankte Barenboim in einem Glückwunsch-Schreiben für seinen Einsatz zur Überwindung ethnischer, kultureller und religiöser Gegensätze. «Ihre praktischen Beiträge zur Versöhnung zwischen Juden und Arabern, zwischen Serben und Kroaten, Ihr Aufruf zur 'Akzeptanz des Anderen, wie er ist' sind Zeichen ganz im Sinne des dialogischen Prinzips Martin Bubers und des existenziellen Denkens Franz Rosenzweigs.»
Großes ehrenamtliches EngagementDie Buber-Rosenzweig-Medaille bekam er vor allem auch wegen seines Projekts «West-östlicher Divan», einem Workshop für junge Musiker aus dem Nahen und Mittleren Osten, der Ausdruck für Barenboims Bemühungen um eine nicht-militärische Lösung des Nahost-Konflikts ist. ARD-Intendant Jobst Plog dankte Barenboim in seiner Laudatio für sein «großes ehrenamtliches Engagement, das Brücken gebaut und Gegensätze überwunden hat». Der ungewöhnliche Zugang zur Welt über die Musik, die Barenboim die wichtigste Sprache sei, verleihe ihm die Kraft seines Wirkens.
Die Buber-Rosenzweig-Medaille wird seit 1968 jährlich in Erinnerung an die jüdischen Philosophen und Pädagogen Martin Buber (1878-1965) und Franz Rosenzweig (1886-1929) verliehen. Frühere Preisträger waren unter anderem der Musiker Yehudi Menuhin, der Schriftsteller Friedrich Dürenmatt, Bundespräsident Johannes Rau und Außenminister Joschka Fischer. (nz)