netzeitung.deGround-Zero-Gedenkstätte bekommt Museum

 Herausgeber: netzeitung.de

Denkmal für die Opfer vom 11. September 2001: In einem unterirdischen Museum sollen Artefakte des Anschlags aufbewahrt werden (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Denkmal für die Opfer vom 11. September 2001: In einem unterirdischen Museum sollen Artefakte des Anschlags aufbewahrt werden
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Entwurf der New Yorker Gedenkstätte für die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 ist überarbeitet worden. Ein unterirdisches Museum soll nun die Zerstörung deutlich machen.

Architekten Michael Arad hat am Mittwoch seinen überarbeiteten Plan für die Gedenkstätte auf Ground Zero in New York vorgestellt. Leid und Zerstörung vom 11. September 2001 werden demnach gesondert in einem unterirdischen Museum gewürdigt.

Arad hatte seinen bisherigen Entwurf nach Kritik überarbeitet. Gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekten Peter Walker suchte er nach eigenen Angaben Möglichkeiten, wie er mit seiner Gedenkstätte namens «Reflecting Absence» (Reflexion der Abwesenheit) den Wünschen der Hinterbliebenen und dem von Daniel Libeskind konzipierten Gesamtplan für das Gelände des World Trade Centers gerecht werden kann. Die Zusammenarbeit mit Libeskind in den vergangenen Tagen habe den Entwurf weiter verbessert, erklärte Arad im Fernsehsender NBC.
Überreste von Opfern
Die Gedenkstätte steht zusammen mit dem geplanten 533 Meter hohen Wolkenkratzer Freedom Tower im Mittelpunkt der Wiederaufbaupläne. Dem überarbeiteten Entwurf zufolge soll ein Museum unter der Erde an die Zerstörung und die Opfer erinnern. Zu den Ausstellungsstücken sollen verbogene Stahlbalken und ein zerdrückter Wagen der Feuerwehr gehören. Der Zugang soll über eine Rampe erfolgen, die an den letzten Mauerresten des World Trade Centers vorbeiführt. Dies hatten Angehörige der Opfer gewünscht. In einem steinernen Gefäß sollen sterbliche Überreste von nicht identifizierten Opfern bewahrt werden.

Entgegen Arads ursprünglichem Plan sollen nicht einzelne Nadelbäume zwischen den Wasserbecken gepflanzt werden, um die vertikale Dimension der Türme darzustellen. Vielmehr sollen nun Baumgruppen das neue Leben nach der Zerstörung symbolisieren. Aus dem ersten Entwurf verschwunden ist auch ein Gebäude, das Arad als Abtrennung zur Hauptstraße im Westen des Geländes vorgesehen hatte. (nz)