netzeitung.deBarenboim gab Konzert in Ramallah

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Daniel Barenboim (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Daniel Barenboim
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Geste der Versöhnung: Der jüdische Musiker Daniel Barenboim ist in Ramallah vor hunderten Palästinensern aufgetreten.

Mit einem Konzert in Ramallah im Westjordanland hat der jüdische Pianist und Dirigent Daniel Barenboim eine Brücke zwischen Israelis und Palästinensern schlagen wollen.

Barenboim, der in Argentinien geboren und in Israel aufgewachsen ist, spielte am Samstag im Amtssitz von Palästinenserpräsident Jassir Arafat Stücke von Brahms und Beethoven - darunter auch ein Duett mit dem palästinensischen Pianisten Salim Abbud.

Im Publikum saßen etwa 350 Palästinenser und internationale Diplomaten. Unter ihnen war auch die palästinensische Abgeordnete Hanan Aschrawi, die das Konzert «ein Geschenk für das palästinensische Volk» nannte.

Kritik an Scharon-Regierung
Vor dem Konzert hatte Barenboim gesagt, die Gründung eines unabhängigen Staats Palästina sei ausschlaggebend für Israels Zukunft. Der 60-Jährige hat die Politik der israelischen Regierung von Ministerpräsident Ariel Scharon wiederholt scharf kritisiert.

Im März 2002 musste der Intendant der Staatsoper Berlin einen Meisterkurs für palästinensische Studenten in Ramallah von seinem Terminplan streichen. Die israelische Armee hatte ihm die Einreise untersagt.

«Ich bin sicher, dass es Leute in der israelischen Regierung gibt, die nicht glücklich darüber sind, dass ich hier bin», so Barenboim. «Aber ich bin nicht glücklich über vieles, was sie tun, deswegen ist alles in Ordnung.» (nz)