11.05.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Ausgezeichnet: Alexander Kluge
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Ehrung für Alexander Kluge: Der Autor und Filmproduzent erhält den diesjährigen Georg-Büchner-Preis.
Die bedeutendste deutsche Literaturauszeichnung, der Georg-Büchner-Preis, wird in diesem Jahr an den Schriftsteller und Filmemacher Alexander Kluge verliehen. Das hat die Jury der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt am Sonntag entschieden.
Am 25. Oktober 2003 soll auf der Herbsttagung der Akademie der mit 40.000 Euro dotierte Preis an Kluge übergeben werden.
Vielseitiges SchaffenAlexander Kluge wurde für sein vielseitiges literarisches und kulturelles Werk schon mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er den Adolf-Grimme-Preis in Silber, den Fontane-, Kleist-, Lessing- und Heinrich-Böll-Preis sowie den Ricarda-Huch-Preis.
Kluge wurde am 14. Februar 1932 in Halberstadt als Sohn eines Arztes geboren. Er studierte Rechtswissenschaften, Geschichte und Kirchenmusik in Marburg und Frankfurt am Main, dort unter anderem bei dem Philosophen Theodor Adorno.
Seine Berufslaufbahn begann er 1958 als Rechtsanwalt in Berlin und München. Daneben machte sich Kluge als Schriftsteller, Medientheoretiker und Filmproduzent gleichermaßen einen Namen. Zum Film kam er 1958 als Assistent von Fritz Lang.
Vordenker des AutorenkinosGemeinsam mit Edgar Reitz und Peter Schamoni initiierte er 1962 das «Oberhausener Manifest», und gilt als Vordenker des Autorenkinos in Deutschland. Sein erster Spielfilm «Abschied von gestern» (1966) wurde international ausgezeichnet.
Zu seinen wichtigsten Werken gehören auch die zwei Essay-Filme «Die Macht der Gefühle» (ZDF 1983 / 1985 ) und die Erzählung «Lernprozesse mit tödlichem Ausgang». 2000 erschien sein Hauptwerk «Die Chronik der Gefühle» - eine zweibändige Ausgabe seines erzählerischen Gesamtwerkes.
Einflussreich im FernsehenIn den achtziger Jahren konzipierte Alexander Kluge die Idee des «Herausgeber-Fernsehens». Mit seiner Produktionsfirma DCTP setzte er bei den privaten Sendern so genannte Kulturfenster durch.
Zeitweise lehrte der Preisträger als Professor an der Hochschule für Gestaltung in Ulm und später als Honorarprofessor an der Universität in Frankfurt am Main.
Preis wird seit 1923 verliehenDer Georg-Büchner-Preis wird von der Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt alljährlich verliehen. Geehrt werden laut Satzung Schriftsteller und Dichter, die in deutscher Sprache schreiben und «die an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben».
Zu den Preisträgern gehören unter anderen Erich Kästner, Max Frisch, Paul Celan, Ingeborg Bachmann, Thomas Bernhard, Peter Handke, Reiner Kunze, Christa Wolf, Peter Weiss und Heiner Müller. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an Wolfgang Hilbig. (nz)