netzeitung.deEpcos will mehr ausschütten

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Der starke Euro könnte bei Epcos zu Produktionsverlagerung führen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der starke Euro könnte bei Epcos zu Produktionsverlagerung führen
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Die Probleme beim Bauelementehersteller scheinen halbwegs im Griff: Epcos hat Umsatz und Betriebsergebnis stärker gesteigert als angekündigt.

Der Bauelemente-Hersteller Epcos hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006/07 die Früchte des Konzernumbaus geerntet und sieht auch die Zukunft positiv. Epcos sprach in einer Mitteilung vom Donnerstagabend von «vielversprechenden Perspektiven für das kommende Jahr».

Nach vorläufigen Zahlen ist der Umsatz in der zurückliegenden Periode um zehn Prozent auf etwa 1,438 Milliarden Euro gestiegen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit ) ist um 75 Prozent auf etwa 82 Millionen Euro geklettert, nachdem Epcos noch vor zwei Monaten von einem Anstieg von 70 Prozent ausgegangen war. Der zuletzt gebeutelte Aktienkurs stieg am Freitagmorgen um 15,40 Prozent auf 13,56 Euro.

Zehn Cent mehr Dividende
Im Schlussquartal alleine legte der Umsatz nach Berechnungen der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX um sieben Prozent auf 376 Millionen Euro zu, das Ebit stieg um 45 Prozent auf 24,3 Millionen Euro. Einzelheiten zum Verlauf des Vierteljahrs wollte das Unternehmen auf Nachfrage nicht mitteilen und verwies auf die Vorlage der endgültigen Zahlen am 15. November.

Die Aktionäre will Epcos mit einer gestiegenen Dividende am Wiedererstarken teilhaben lassen. Der Aufsichtsrat habe beschlossen, der Hauptversammlung eine Erhöhung von 20 auf 30 Cent vorzuschlagen, hieß es.

«Ein Top-Ergebnis»
Analyst Jürgen Wagner von Sal. Oppenheim deutete die Erhöhung dahingehend, dass es auch Cash-seitig bei Epcos gut laufe. «Beim Ebit ist Epcos auf jeden Fall besser als erwartet.» Das Management habe frühere Fehler zumindest in Teilen ausgebügelt: «Sie haben sich von Produkten getrennt, die wegen einer starken Konkurrenz aus Asien nur über den Preis zu verkaufen waren.» In der problematischen Keramik-Sparte liefe es nun besser.

Analyst Matthias Großmann von der WestLB schlug in die gleiche Kerbe: «Das ist ein Top-Ergebnis.» Das Management ernte jetzt die Früchte der in 2005 begonnenen Restrukturierung, bei der defizitäre Geschäftsbereiche verkauft oder geschlossen worden seien. «Sie haben ihren Fokus klar auf Produktgruppen mit hohen Wachstumschancen gelegt», sagte Großmann. «Das und die Desinvestitionen heben die Margen.»

Wunschwert: acht Prozent
Ein Risiko sieht Großmann durch den starken Euro, «aber damit muss jedes Elektronikunternehmen leben.» Epcos sei mit einer weltweit verstreuten Fertigung grundsätzlich gut aufgestellt. Vorstandschef Gerhard Pegam hatte im August weitere Produktionsverlagerungen nach Asien angekündigt zulasten des Standortes München. Nähere Einzelheiten nannte er allerdings nicht. Damit sei voraussichtlich im November zu rechnen, hatte ein Sprecher ergänzt.

Bei der Ebit-Marge von 6,5 Prozent im vierten Quartal sieht Sal.-Oppenheim-Analyst Wagner noch Verbesserungsbedarf: «Ich würde mir acht Prozent wünschen.» Für das kommende Jahr prognostiziert er 6,3 und für 2009 sieben Prozent. Epcos hatte sich zuletzt vom beginnenden Weihnachtsgeschäft bei Unterhaltungselektronik und Mobiltelefonen Verbesserungen erhofft. Einen Schub hatte zur Jahresmitte die Auto-Elektronik gebracht. (dpa-AFX)