11.11.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Franziska Augstein
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
«Spiegel»-Erbin Franziska Augstein rechnet mit den Magazin-Verantwortlichen ab: Unter Chefredakteur Aust seien Ernsthaftigkeit und Problemdurchdringung verloren gegangen.
Franziska Augstein, Tochter von «Spiegel»-Gründer Rudolf Augstein, hat den Chefredakteur des Nachrichtenmagazins, Stefan Aust, scharf kritisiert. Unter seinem Einfluss habe der «Spiegel» seinen Platz als Leitmedium des deutschen Journalismus verloren, sagte die Redakteurin der «Süddeutschen Zeitung» am Donnerstag bei der «Berliner Zeitungskonferenz».
«Der Akzent auf Wirtschaftsthemen, die Vernachlässigung politischer Entwicklungen und Probleme zugunsten der Personalisierung, die Verlagerung auf die so genannten weichen Themen: All dies kennzeichnet heutzutage den 'Spiegel' und hat das Magazin zu einem geschwätzigen Blatt unter anderen gemacht. Der Fisch stinkt vom Kopf.», so Augstein.
Dies habe Auswirkungen auch auf anderer Blätter. Wenn der «Spiegel» seine Standards freiwillig aufgebe, «haben andere Zeitungen und Magazine keinen Grund, sich mehr um Ernsthaftigkeit, Ausführlichkeit und Problemdurchdringung zu bemühen. Der Aufwand an Zeit und Geld lohnt sich nicht: Die Konkurrenz ist ja weggefallen.» (nz)