netzeitung.deRadioaktive Strahlung in der Pflanzenzucht

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Um neue Pflanzensorten zu entwickeln, setzen Züchter radioaktive Röntgen- und Gammastrahlung ein.

FRANKFURT/MAIN. Radioaktive Strahlung wird weltweit in der Pflanzenzucht eingesetzt. Über 2200 neue Pflanzensorten wurden bisher durch Bestrahlung mit Röntgenstrahlen oder radioaktiven Gammastrahlen gezüchtet. Dies berichtet die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (FAZ) am Dienstag mit Verweis auf Daten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien.
Erbgut wird verändert
Die Strahlung verändert das Erbgut der Pflanzen. Sind die neuen Eigenschaften von Vorteil, werden diese Sorten weiter vermehrt. Die neuen Pflanzen selbst sind durch die Bestrahlung nicht radioaktiv. Unter den so entstandenen Pflanzen finden sich Getreidesorten wie Gerste, Weizen und Mais, aber auch Zierpflanzen wie Chrysanthemen.

Auch die Jute der Taschen, auf die in den 70er und 80er Jahren «Atomkraft nein danke!» gedruckt wurde, könnte radioaktiv bestrahlt worden sein. Genauere Informationen hierzu fehlen, weil kein Unternehmen gezwungen werden kann, eine durch radioaktive Strahlung oder andere Mutationstechniken hervorgerufene genetische Veränderung anzuzeigen. Aus diesem Grund gehen Experten auch davon aus, dass die tatsächliche Zahl radioaktiv bestrahlter Pflanzen noch wesentlich höher liegt. (nz/dpa)