Sat1-Wechsel des Moderators: 

netzeitung.deWarum es sich beim ZDF ausgekernert hat

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Ohne das Zweite sieht man ihn bald besser (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ohne das Zweite sieht man ihn bald besser
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Umstritten war er immer während seiner zwölf Jahre beim öffentlich-rechtlichen Mainzer Sender. Dafür, dass Johannes B. Kerner nun zurück zu den Privaten geht, gibt es wohl mehrere Gründe.

Die «Bild»-Zeitung trauert. «Kerner wirft beim ZDF hin!» heißt die aktuelle Schlagzeile. Und dann: «Keine 'Johannes B. Kerner'-Show mehr. Keine Olympia-Moderation mehr. Keine Länderspiele mehr. Jetzt wechselt er zu Sat1.» Dort soll er die neu aufgelegte Fußball-Sendung «ran» verstärken. Dass «Bild» ganz auf der Seite Kerners steht, ist schon länger bekannt. Es gibt gute Kontakte zwischen den Redaktionen. Und die «Bild»- und Boulevardnähe des Moderators könnte auch einer der Gründe dafür sein, warum das ZDF nicht allzu traurig ist, dass es künftig auf Kerner verzichten muss.

Der Wechsel zum Sender Sat1 ist offensichtlich eher kurzfristig angebahnt worden. Eine Sendersprecherin berichtet, der neue Sat1-Geschäftsführer Guido Bolten und Kerner hätten sich beim Champions-League-Debakel der Bayern in Barcelona zum ersten Mal unterhalten. Wenig später war das Ende der zwölf Jahre langen ZDF-Zeit dann beschlossen. Es ist der zweite spektakuläre Sat1-Coup innerhalb sehr kurzer Zeit. Zuvor hatte der Sender Oliver Pocher verpflichtet. Während Ende der Neunziger viele TV-Köpfe von Sat1 und RTL zu ARD und ZDF wechselten, scheint sich der Trend jetzt ein wenig umzukehren.

Knatsch um Christiansen
Es liegt nicht nur am Geld, kolportieren die einen. Er bekomme deutlich mehr, behaupten die anderen. Nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» hat auch die Vertragsdauer einer Rolle gespielt. Kerner wollte eine Zusage für fünf Jahre, das ZDF wollte nur drei Jahre garantieren. Ähnliche Gründe wurden vor einigen Wochen auch bei Pocher genannt. Zudem soll das Zweite der «Süddeutschen» zufolge vorgehabt haben, die Kerner-Frequenz zu reduzieren.

Kerner dürfte bei Sat1 außerdem mehr Werbefreiheit haben als beim ZDF. Dort war er für seine zahlreichen Engagements immer wieder kritisiert worden. Auch seine Boulevardnähe mochten die ZDF-Oberen, so hört man, nicht ganz so gerne. Und dass er in einer Sendung Sabine Christiansen und Stefan Aust, den ehemaligen «Spiegel»-Redakteur, als neue Sat1-Stars habe vorstellen wollen, hat den Männern in Mainz laut «SZ» auch nicht gepasst. Kürzlich hatte sich schon Pocher für seinen Wechsel bei JBK gefeiert. Kerner selbst hatte sich in jüngster Zeit auffällig oft im Umfeld der Privaten amüsiert, besuchte die Sendung von Mario Barth auf RTL oder war bei Pochers Live-Show zu Gast.

Nachfolger: Lanz plus X
Sein Nachfolger wird nun wohl Markus Lanz werden, der ihn schon bei seiner freitäglichen Kochsendung beerbt hat. Allerdings dürfte Lanz wohl nicht die komplette Kerner-Strecke im ZDF übernehmen, die von Dienstag bis Donnerstag reicht. Der Sender setzt laut «Tagesspiegel» auf die Devise: «Mehr Gesichter». Beim Fußball gelten demzufolge als mögliche Nachfolgekandidaten für die Moderation mit Oliver Kahn sowohl Katrin Müller-Hohenstein als auch Rudi Cerne, beides profilierte ZDF-Sportmoderatoren.

Dass der Wechsel von Johannes B. Kerner zeitgleich mit einer anderen Nachricht verkündet wird, halten manche nicht für einen Zufall. Seine Frau bekommt ein viertes Kind. Er könnte vielleicht ein bisschen mehr Freizeit gebrauchen. Ohne JBK-Show. (nz)